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Desperate Housewife

Es ist laut, als ich aufwache und merke, dass er nach Hause kommt. Ich versuche, die Digitalanzeige meines TV-Receivers zu entziffern - ohne Brille ist das schwer - und glaube, dass da 06:47 steht. Draußen ist es schon hell, denn ich kann ihn ohne Licht sehen. Er öffnet laut die Türe mit dem Schlüssel, tritt laut in die kleine Wohnung ein,wirft seinen Mantel laut auf die Türschwelle zwischen Vorzimmer und dem einzigen Raum zum Leben, der in dieser Wohnung vorhanden ist. Er lässt den Rucksack laut vor die Heizung fallen, in dem Glasflaschen laut klirren und er lässt sich selbst laut auf einen Sessel fallen, um sich dann laut quietschend die schneenassen Stiefel auszuziehen. Dann torkelt er mit lauten Schritten in Richtung Bett, zu mir, wo ich noch überlege, ob ich so tun soll, als würde ich schlafen, um dann den Gedanken zu verwerfen, da sich in mir ein Bedürfnis nach Entleerung der Blase meldet.
Also stehe ich auf und gehe wortlos auf die Toilette. Ich überlege, warum zum Geier er erst so spät nach Hause kommt. Oder so früh, je nachdem. Ich würde am Liebsten einen Riesenstreit beginnen, aber das geht nicht, denn immerhin bin ich diejenige, die eingeschlafen ist und deshalb vielleicht die ein oder andere SMS oder sonstige Nachricht verpasst hat. Es könnte ja immerhin etwas passiert sein, und wie ich erfahre, als ich aus dem Bad wiederkomme, ist etwas passiert. B ist umgekippt und musste unbedingt nach  Hause gebracht werden, weil es ihr so schlecht ging, blabla. Ich frage ironisch, warum sie nicht einfach 144 gewählt haben und erhalte als Antwort, dass ein Betrunkener nach dem Speiberl eh keine Giftstoffe mehr im Körper hat. Meine Zweifel schlucke ich hinunter, denn aus irgendeinem Grund will ich nicht, dass er so offensichtlich merkt, dass ich sauer bin. Soll er doch von selbst drauf kommen.
Und ich schlucke meinen Ärger hinunter, als er mich fragt, ob ich ihm Frühstück machen würde und antworte, dass ich ihm schon oft etwas gemacht habe und dass ich jetzt nicht aufstehen will, weil er zu faul zum Essen machen ist. Ich schlucke meinen Ärger auch hinunter, als er mich bittet, ihn am Rücken zu kraulen und tue dies sogar etwas lapidar einige Sekunden lang. Als  ich ihn bitte, uns vollständig mit der warmen Decke zu bedecken, antwortet er, dass ihm gerade so angenehm sei und dass er sonst überhitze. Ich schlucke meinen Ärger hinunter und nehme eine dünne Decke, die zufällig neben mir liegt. Kalt ist mir trotzdem, aber ich will es nicht offensichtlich darstellen. Und solang ich nicht zittere, ist das auch nicht der Fall.
Fünf Minuten später ist er eingeschlafen und ich liege immer noch da, mittlerweile vor Kälte zitternd. Aber Gott sei Dank merkt er es sowieso nicht mehr, da er in einen traumlosen, alkoholvertilgenden Schlaf gefallen ist. Sein Körpergeruch nach Zigaretten und Alkohol lassen Magensäure in mir aufsteigen und das lässt mich aufstehen und den Laptop aufdrehen, um einen wütenden Essay zu verfassen und darüber zu sinnieren, dass ich eine nörgelnde Hausfrau geworden bin. 
14.2.10 08:02
 


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